Uwe Tellkamp erhält für seinen Roman "Der Turm" den Deutschen Buchpreis 2008. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass Tellkamp in einer Fülle von Szenen, Bildern und Sprachformen das Panorama der untergehenden DDR-Gesellschaft entwerfe. Am Beispiel einer bürgerlichen Dresdner Familie erzähle er von Anpassung und Widerstand in einem ausgelaugten System. "Der Roman spielt in den verschiedensten Milieus, unter Schülern, Ärzten, Literaten und Politkadern. Uwe Tellkamp schickt seinen rebellischen Helden Christian Hoffmann auf eine Höllenfahrt, aus seiner Enklave in den Militärdienst bis zum Strafvollzug der NVA. Den Lesern erschließen sich wie nie zuvor Aromen, Redeweisen und Mentalitäten der späten DDR. Unaufhaltsam treibt das Geschehen auf den 9. November zu."
Die Jury hat in einem dreistufigen Verfahren aus 161 deutschsprachigen Romanen auswählen können. Zunächst nominierte sie 20 Titel, die in die engere Wahl kamen ("Longlist", siehe weitere nominierte Titel), von denen sie im zweiten Schritt sechs Titel für die Endausscheidung ("Shortlist") auswählte. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 250.000 Euro, die fünf Autoren, deren Bücher für die Shortlist ausgewählt wurden, 2.500 Euro.