Es ist für die Christen nicht nur eine Frage der Vernunft, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Aus Sicht der Schöpfungstheologie hat der Mensch vor Gott eine besondere Verantwortung für das Leben auf dieser Erde. Diese Schöpfungsverantwortung verpflichtet jeden Christen zu einem sorgsamen Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen.
Außerdem ist der Klimawandel auch „ein grundlegendes Problem der weltweiten Gerechtigkeit”, wie es in einem Dokument der Deutschen Bischofskonferenz zum Klimawandel aus dem Jahr 2006 heißt. Auch die deutschen Bischöfe weisen in diesem Dokument auf die ungleiche Verteilung der Lasten des Klimawandels hin. Die ärmeren und schwächeren Länder hätten unter den Folgen stärker zu leiden, obwohl sie nur in geringem Umfang dafür verantwortlich seien. Die Bischöfe fordern, dass nach dem Verursacherprinzip die Verantwortlichen weltweit die Lasten für die Schäden durch den Klimawandel übernehmen und zukünftig die Preise so gestalten, dass sie auch die Kosten für Mensch und Umwelt berücksichtigen. Außerdem „müssen die Industrie-, Transformations- und Schwellenländer sowie die Reichen in den Entwicklungsländern ihrer eigenen Entwicklung auf der Basis fossiler Energieträger Grenzen setzen und die Hauptlast der weltweit notwendigen Maßnahmen übernehmen.” Das bisherige verbrauchende Produktions- und Konsumverhalten müsse durch ein an Nachhaltigkeit orientiertes Verhalten abgelöst werden.
Etliche Beispiele zeigen, dass die Katholiken ihre Schöpfungsverantwortung ernst nehmen und sich für den Klimaschutz engagieren. So beteiligt sich die Katholische Landjugendbewegung am „Jugendbündnis Zukunftsenergie”, das sich für erneuerbare Energien einsetzt. Eine wachsende Zahl kirchlicher Gebäude wird durch Solarstrom versorgt. Das bekannteste Beispiel dürfte das Solarkraftwerk auf dem Dach der Audienzhalle im Vatikan sein, das der Bonner Solartechnik-Konzern Solarworld dem Vatikan 2008 geschenkt hat.