Die deutsche Schriftstellerin Christa Wolf (* 18. März 1929 in Landsberg an der Warthe) ist heute im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben.
Geboren und aufgewachsen in Landsberg an der Warthe (heutiges Polen) flüchtete Christa Wolf mit ihrer Familie kurz vor Kriegsende nach Mecklenburg. Nach dem Abitur trat sie 1949 in die SED ein (Austritt Juni 1989). Nach dem Germanistikstudium arbeitete Wolf als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband, Lektorin für verschiedene Verlage und Redakteurin. Von 1955 bis 1977 war sie Mitglied im Vorstand des Schriftstellerverbands der DDR. 1961 erschien ihre erste Novelle, seit 1962 war Wolf als freie Schriftstellerin tätig.
Christa Wolf zählt zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen der Gegenwart und gilt als große Chronistin von DDR und deutscher Teilung. Ihr Werk wurde in viele Sprachen übersetzt und ihre Erzählung "Kassandra" (1983) wurde in Ost und West zur Pflichtlektüre der Friedens- und Frauenbewegung. Wolfs Arbeiten wurden besonders nach der Wiedervereinigung in der Literaturkritik kontrovers diskutiert. In ihrem autobiographischen und zugleich letzten Roman "Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud" (2010) thematisiert Christa Wolf unter anderem die Veröffentlichung ihrer Stasitätigkeit, für die sie nach Bekanntwerden heftige Kritik erfahren hatte.
Christa Wolf starb am 1. Dezember 2011 „nach schwerer Krankheit“, wie ihr Verlag Suhrkamp mitteilte. Sie hinterlässt ihren Mann Gerhard und zwei Töchter.