Am 10. Mai 2008 jährt sich zum nunmehr 75. Mal der Tag der Bücherverbrennung. Maßgeblich organisiert von nationalsozialistisch gesinnten Studenten wurden unter dem Motto „Deutsche Studenten marschieren wider den undeutschen Geist“ in deutschen Universitätsstädten die Schriften zahlreicher Schriftsteller vernichtetet.
Betroffen waren neben so bekannten Namen wie den Brüdern Klaus und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Erich Kästner oder Max Brod viele heute kaum mehr bekannte oder bereits vergessene Autoren und Autorinnen, denen sich einige der unten empfohlenen Bücher erinnern.
Mit „Feuersprüchen“ unter der musikalischen Begleitung von Marschliedern der SA- und SS-Kapellen wurden die Bücher „wider des undeutschen Geistes“ in die Flammen geworfen:
"1. Rufer: Gegen Klassenkampf und Materialismus, für Volksgemeinschaft und idealistische Lebenshaltung! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Marx und Kautsky. 2. Rufer: Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner. 3. Rufer: Gegen Gesinnungslumperei und politischen Verrat, für Hingabe an Volk und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Friedrich Wilhelm Förster. 4. Rufer: Gegen seelenzerfasernde Überschätzung des Trieblebens, für den Adel der menschlichen Seele! Ich übergebe der Flamme die Schriften des Sigmund Freud. 5. Rufer: Gegen Verfälschung unserer Geschichte und Herabwürdigung ihrer großen Gestalten, für Ehrfurcht vor unserer Vergangenheit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Emil Ludwig und Werner Hegemann. 6. Rufer: Gegen volksfremden Journalismus demokratisch-jüdischer Prägung, für verantwortungsbewusste Mitarbeit am Werk des nationalen Aufbaus! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Theodor Wolff und Georg Bernhard. 7. Rufer: Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkriegs, für Erziehung des Volkes im Geist der Wahrhaftigkeit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Erich Maria Remarque. 8. Rufer: Gegen dünkelhafte Verhunzung der deutschen Sprache, für pflege des kostbarsten Gutes unseres Volkes! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Alfred Kerr. 9. Rufer: Gegen die Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften von Tucholsky und Ossietzky!"
(Quelle: Krockow, Christian von: Die Deutschen in ihrem Jahrhundert. Reinbek, 1. Aufl., 1990. S. 256)