12.11.2010

Gruppen kompetent leiten. Training für Referent/innen und Teambegleiter/innen

Ziel dieser Fortbildung ist die Entwicklung und Festigung eines ebenso persönlichen wie authentischen Stils für Referententätigkeiten und Teambegleitung. Neben der Schulung des persönlichen Auftretens werden Kenntnisse im Bereich von Gruppendynamik und Gruppenprozessen sowie Methodeneinsatz und Didaktik vermittelt. [mehr]

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Immer wieder bieten uns gerade Romane Erinnerungen an tiefe Heimatgefühle an. Mitten in Schilderungen einschneidender Lebensphasen geben die Protagonisten Einblicke in Erfahrungen, Fixpunkte oder auch Lebenswenden begründende Geschehnisse, die weit mehr als diese eine Person, diese eine Geschichte berühren. weiter

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Die Bibel - ein Buch mit sieben Siegeln?

Ralf Huning SVD setzt sich in diesem Schwerpunktbeitrag mit verschiedenen Zugängen zur Bibel auseinander.

Die Botschaft der Bibel - nur für Experten verständlich?

„Hände weg!? Warum man die Bibel nicht lesen sollte“ warnte 2008 provozierend ein Buchtitel. Doch der Verfasser, der Bamberger Bibelwissenschaftler Joachim Kügler, wollte nicht wirklich von der Bibellektüre abraten, wohl aber vor den Gefahren eines allzu naiven Bibellesens warnen. Ganz automatisch offenbart die Bibel die göttliche Wahrheit eben nicht. Wo man der Eigenart der biblischen Texte nicht gerecht wird, können die Deutungen biblischer Texte sogar schlimme Folgen haben wie die Rechtfertigung von Gewalt gegen Andersgläubige oder die Unterdrückung von Frauen. Braucht man also, um die Bibel „richtig“ zu lesen und zu verstehen, erst einen Crashkurs in Bibelwissenschaft?

Fakt ist: Gerade heutigen Bibelleserinnen und -lesern (oder -hörern, im Gottesdienst) begegnen viele Texte, deren Sinn sich ihnen nur schwer erschließt. Manchmal fällt es Gottesdienstbesuchern sehr schwer, mit „Dank sei Gott“ auf eine biblische Lesung zu antworten, in der von Gewalt und Totschlag die Rede war. Allerdings machen viele Menschen auch die gegenteilige Erfahrung und stoßen auf Bibelstellen, die direkt in ihr Leben sprechen: ein Psalmvers vielleicht, eine eindringliche Szene aus dem Leben Jesu oder eine Episode aus den vielen Geschichten, die vom Volk Israel und seinen Propheten erzählen. Besonders von den Armen aus der sogenannten Dritten Welt hört man von solchen Erfahrungen. Offensichtlich muss man sich also doch nicht erst umfangreiches Fachwissen aneignen, um die Botschaft der Bibel verstehen zu können.

Es wäre für die Kirche fatal, würde man die Bibellektüre allein den Experten überlassen. Der ganz persönliche, aus dem Leben gegriffene Zugang zur Bibel hat seine eigene Berechtigung und ist alles andere als unwichtig, wie auch im Jahr 2008 die Bischofssynode zum Thema „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“ betonte.

Im Alltag erleben wir jedoch, dass wir für viele Dinge die Hilfe von Experten brauchen. Wieso sollte sich ausgerechnet der Sinn uralter, fremdartiger Schriften, wie sie in der Bibel gesammelt sind, Menschen ohne entsprechende Ausbildung erschließen? Die Antwort auf diesen Einwand liegt in der Überzeugung, dass die wichtigste Bedeutung biblischer Texte jenseits des Textsinns liegt, nämlich im Hören des Wortes Gottes. Sprachwissenschaftler und Historiker können uns daher wohl viel bei der Erfassung des Textsinns helfen – die Ausbildung für das Hören des Wortes Gottes kann man jedoch nicht an Schulen und Universitäten erhalten, sondern erwirbt sie vielmehr in einem bewussten Glaubensweg.

Das Wort Gottes entdecken

Die Kirche ist überzeugt, dass Gott die Entstehung der biblischen Texte beeinflusst hat, um den Menschen ein Hilfsmittel für die Kommunikation mit ihm zu geben. Gott spricht auf vielfältige Weise zu den Menschen: durch die Schöpfung, durch die Mitmenschen, durch seinen Geist in uns selbst. Die Bibel kann dabei helfen, dieses oft unbewusst wahrgenommene Wort auch wirklich zu verstehen. Sie ist eine Art Verstärker für die Botschaften Gottes im menschlichen Leben. Wie bei einem Radio kann man die Signale dieses Verstärkers jedoch nur störungsfrei empfangen, wenn man die richtige Frequenz einstellt. Was die Frequenz beim Radio ist, sind in der Bibel die historischen und kulturellen Einflüsse, unter denen die Texte entstanden sind, und ebenso die Einflüsse, denen die Leser/innen unterliegen.

Die Heilige Schrift ist „Gotteswort in Menschenwort“. Beides ist untrennbar miteinander verbunden. Wer also durch die Bibellektüre Gottes Wort hören will, wird sich dabei auch immer mit den menschlichen Worten beschäftigen müssen. Darum gelten für das Verständnis der Bibel zunächst die gleichen Regeln wie auch für andere Texte aus dem Altertum. Die Bischofssynode betonte deshalb in ihrer „Botschaft an das Volk Gottes“: „Jeder Leser der Heiligen Schriften, auch der einfachste, muss eine angemessene Kenntnis des heiligen Textes haben und sich klar machen, dass das Wort [Gottes] in konkrete Wörter gekleidet ist, denen es sich ausliefert und anpasst, um für die Menschheit hörbar und verständlich zu sein.“

Grundkenntnisse über die Eigenart biblischer Texte muss sich also jeder Bibelleser erwerben – ein Hochschulstudium ist dafür aber nicht erforderlich. In den meisten Bibelausgaben gibt es hilfreiche Einführungen und Anmerkungen, die Bibelleser mit dem nötigen Grundwissen versorgen. Das rechte Verstehen des Textes führt aber noch nicht automatisch zum Hören des Wortes Gottes. Christen glauben zwar, dass sie durch die Bibellektüre Gottes Wort hören können, doch Gottes Offenbarung bleibt immer ein Geschenk. Darauf legt auch das Zweite Vatikanische Konzil Wert, das im Konzilstext über das Wort Gottes („Dei verbum“, DV) betont, die heiligen Schriften müssten in dem gleichen Geist gelesen werden, in dem sie verfasst wurden (DV 12). Eine gläubige Bibellektüre sollte darum vom Gebet begleitet sein, mit der Bitte, dass der Heilige Geist uns das rechte Verstehen schenkt. Doch nimmt uns der Heilige Geist nicht die Freiheit und bewahrt deshalb nicht davor, dass wir oft unsere eigenen Wünsche in den Text hineinlesen. Deshalb sollen die Leser/innen der Bibel mit Hilfe ihres Verstandes (der schließlich auch eine Gottesgabe ist) kritisch überprüfen, ob das, was sie für Gottes Wort halten, auch wirklich von ihm stammt – oder doch eher vom eigenen Wunschdenken beeinflusst ist. Hierzu sollten drei wichtige Faktoren beachtet werden, die Einfluss auf das Verstehen der Bibel als Heiliger Schrift haben.

Die Grenzen des Bibeltextes

Als Erstes sind die Grenzen der menschlichen Sprache zu nennen, durch die uns die biblische Offenbarung vermittelt wird. Zunächst ist festzustellen, dass die heiligen Schriften in unterschiedlichen Sprachen überliefert wurden, die heute nicht mehr gesprochen werden. Für die Übersetzung der hebräischen, aramäischen und griechischen Texte in die modernen Sprachen braucht es die Hilfe vieler Wissenschaftler. Übersetzungen können jedoch nur annähernd das wiedergeben, was der Ursprungstext sagen wollte, denn menschliche Worte und Sätze sind nicht eindeutig, sondern haben oft mehrere Sinnmöglichkeiten. Darum ist es hilfreich, verschiedene Übersetzungen miteinander zu vergleichen. Als wäre das nicht schon kompliziert genug, kommt hinzu, dass jeder einigermaßen poetische Text Unbestimmtheiten und Lücken aufweist, die die Lesenden durch ihr Vorwissen und ihre Vorstellungskraft füllen müssen. Das führt zu dem bekannten Phänomen, dass fünf Leser/innen denselben Text möglicherweise auf fünf verschiedene Weisen deuten. Wir werden auf unsere Mitmenschen als Dialogpartner verwiesen, wollen wir uns nicht mit dem Wenigen zufrieden geben, das wir selbst aus dem Sinnpotenzial der biblischen Texte zu schöpfen vermögen.

In engem Zusammenhang damit steht der zweite Faktor, der die Schriftlesung beeinflusst: Die menschlichen Verfasser und Bearbeiter der Texte waren Kinder ihrer Zeit und Kultur. Deshalb dürfen wir bei der Lektüre nicht übersehen, dass biblische Texte nicht nur auf das Wirken Gottes in konkreten historischen Bedingungen verweisen, sondern auch immer zeit- und kulturbedingte Auffassungen der Autoren transportieren. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.

Diese Begrenzung wird zur Chance, uns selbst als Leser mit unseren Erfahrungen in die Lektüre einzubringen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass es nicht nur in dem Menschenwort der Textautoren Spuren des Heiligen Geistes gibt, sondern auch in unserem heutigen Leben. So wie die begrenzten menschlichen Texte uns Gottes Geist vermitteln können und uns dadurch helfen, Gottes Spuren in unserem Leben zu erkennen, so können umgekehrt unsere begrenzten menschlichen Erfahrungen (in denen Gott ebenso wirksam ist) helfen, die biblischen Texte besser zu verstehen.

Zu diesem Verstehen der Bibel gehört die Unterscheidung, was darin wirklich auf Gott verweist und was zutiefst menschlich ist. Wir haben zum Beispiel in den vergangenen zwei Jahrhunderten gelernt, dass Frauen die gleiche Würde vor Gott haben wie Männer und dass darum eine Unterdrückung der Frauen Gottes Willen widerspricht. Inzwischen zeigen Äußerungen des kirchlichen Lehramtes, dass es diesen nachbiblischen Lernprozess als von Gottes Geist getragen und durchdrungen anerkennt. Aufgrund unserer heutigen Einsicht in die gleiche Würde von Mann und Frau dürfen wir die biblischen Texte kritisch hinterfragen, inwieweit sie von frauenfeindlichen Auffassungen ihrer Zeit geprägt sind. Diese menschlichen Anteile müssen wir kritisieren und klar vom Wort Gottes trennen.

Ein weiteres Korrektiv ist die Lehre von der Einheit der Schrift, die für die Kirche eines der wichtigsten Auslegungskriterien darstellt (vgl. DV 12). Die Schrift ist, wie jeder schnell feststellen kann, kein uniformes Ganzes, sondern eine Sammlung von vielen Stimmen, die sich teilweise bestätigen, häufiger aber auch widersprechen. Ich darf daher nicht eine einzelne Aussage herauspicken und zum unumstößlichen Wort Gottes erklären, vielmehr muss ich in der Vielzahl dieser Stimmen das Wort Gottes vernehmen. Dazu gehört auch, dass ich meine eigene Stimme mit einbringe. Hier zeigt sich der grundlegende Unterschied zwischen einer fundamentalistischen und einer katholischen Bibellektüre. Eine fundamentalistische Bibellektüre nimmt einen einzelnen Satz aus der Bibel und erklärt: Das ist für mich das Wort Gottes. Dieses Verfahren funktioniert nur, indem man andere Texte, die diesem Satz widersprechen, ausblendet oder sie für weniger wichtig erklärt. Doch der in der Lektüre eines einzelnen Textes erkannte Sinn muss sich dem Dialog mit den vielen anderen Stimmen der Bibel aussetzen. Wort Gottes ist dann nicht dieser oder jener Satz, vielmehr vernehmen wir das Wort Gottes in der Symphonie der vielen biblischen Stimmen, einer Symphonie, in der auch wir ein Instrument spielen dürfen.

Den dritten Faktor bei der Bibellektüre bilden die begrenzten menschlichen Erkenntnismöglichkeiten. Nicht nur der Text ist unbestimmt – auch die Lesenden können seinen Sinn nicht auf neutrale Weise erkennen. Jede menschliche Erkenntnis ist von der Person geprägt, die etwas erkennt. Wir sind bei unserem Erkennen und Verstehen immer von den Denkmustern unserer Kultur und von unserer Lebenswirklichkeit, dem Zeitgeist geprägt. Ein Afrikaner liest daher einen Text anders als ein Europäer, eine Frau anders als ein Mann, ein hochgebildeter Intellektueller anders als ein Bewohner eines Elendsviertels ohne jede Schulbildung. Trotz aller Verschiedenheit haben die vielen Lesarten Gemeinsamkeiten, was den Dialog ermöglicht, denn sie beziehen sich ja auf den gleichen Text. Man kann die Begrenztheit unserer Erkenntnis bedauern, man kann sie aber auch dankbar als göttliche Nachhilfe annehmen, um uns offen zu machen für das Gespräch mit unseren Mitmenschen.

Im Wissen um diese drei Faktoren ist Bibellektüre keineswegs nur eine Angelegenheit der Text- und Geschichtsexperten. Die Bibelwissenschaft ist unbedingt notwendig, denn durch die Untersuchung der  Entstehungsgeschichte und der sprachlichen Gestalt trägt sie viel zum Verständnis der biblischen Texte bei. Sie übersetzt die biblischen Texte in heutige Sprachen und kann uns viele Verständnishilfen geben.

Drei unterschiedliche Zugänge

Die katholische Kirche brauchte lange, um die Notwendigkeit der Bibelwissenschaft anzuerkennen, denn sie fürchtete eine Missachtung des ebenso wichtigen Zugangs über den Gottesdienst und die Glaubenslehre. Tatsächlich ist ein bloß wissenschaftlicher Zugang zur Bibel unzureichend, wenn man nach dem Wort Gottes sucht. In der Liturgie und in der Verkündigung der Kirche kommen wir in Kontakt mit der Auslegungstradition der Kirche. Wir können erfahren, dass das Wort Gottes mehr ist als nur eine Information über Gott, sondern wirksame und lebensverändernde Kraft.

Den dritten Zugang schließlich bildet die persönliche oder gemeinschaftliche Lektüre durch die „einfachen Bibelleser/innen“. „Einfach“ deshalb, weil sie ohne wissenschaftliche und theologische Vorbildung, dafür aber mit Hilfe von Intuition und Alltagserfahrung an die Texte herangehen. Ihr Hauptinteresse gilt nicht dem Text, sondern der Frage, was ihnen der Text für ihr Leben und ihren Alltag sagt. Genau dort begegnen sie dem Wirken des Wortes Gottes.

Die Geschichte des Bibelgebrauchs in der katholischen Kirche zeigt deutlich, dass das Verhältnis zwischen den drei aufgezeigten Zugängen sehr spannungsreich ist. Es besteht immer die Gefahr, den eigenen Zugang für den einzig richtigen zu halten. Da jedoch in der Heiligen Schrift Göttliches und Menschliches eine untrennbare Einheit bilden, sind alle drei Zugänge notwendig. Niemand kann die drei Zugänge zur gleich Zeit gebrauchen und niemand ist in allen drei Zugängen Experte; darum ist es so wichtig, darauf zu hören, welche Erkenntnisse durch andere Bibelleser gewonnen werden. So darf die lehramtliche Verkündigung des Wortes Gottes nicht in völligem Widerspruch zu den in der wissenschaftlichen Untersuchung der Bibel gewonnenen Einsichten stehen. Sie sollte auch einen Bezug zu den heutigen Erfahrungen der Gläubigen haben, um überhaupt von diesen verstanden und übernommen werden zu können.

Die Bibelwissenschaft wiederum darf nicht die Glaubensfragen der Kirche und die Lebensprobleme der Menschen aus den Augen verlieren, sonst wird sie zu einer Spezialdisziplin, deren Forschungsergebnisse nur noch geringe Bedeutung für das Glaubensleben haben.

Dem einfachen Bibelleser schließlich helfen die Lehrtradition der Kirche und die Erkenntnisse der Wissenschaft, die Bibel zu verstehen. Sie schützen auch vor der eigenen ideologischen Befangenheit und öffnet den Blick für die Fremdheit des Textes.

Auf keinen der drei Zugänge kann die Kirche verzichten. Um es mit einem Bild auszudrücken, das Paulus im Korintherbrief gebraucht: „Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich bin nicht auf dich angewiesen. Der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen, ich brauche euch nicht. Im Gegenteil, gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich.“ (1 Kor 12,21f) Die Interpretation der Bibel in der Kirche muss darum im lebendigen Austausch zwischen Bibelwissenschaft, kirchlichem Lehramt und allen Gläubigen erfolgen. Die Kirche steht dabei heute vor der Herausforderung, besonders den schwächer scheinenden Gliedern Gehör zu schenken. Es müssen neue Wege gefunden werden, wie sie die Früchte ihrer Bibellektüre gegenüber der wortgewaltigen Wissenschaft und dem imposanten Schatz der kirchlichen Lehrtradition in die Interpretationsgemeinschaft Kirche einbringen können. Die Bischofssynode schlug die Bildung kleiner christlicher Gemeinschaften innerhalb der Pfarrgemeinden als einen besonders geeigneten Weg vor.

 

 

 

Fragment einer Schriftrolle vom Toten Meer mit hebräischer Übertragung. (Bild: wikipedia.org)

Qumranrollen

In der Gegend von Qumran am Toten Meer wurden zwischen 1947 und 1956 die berühmten Schriftrollen gefunden. Leider nicht am Stück und hervorragend konserviert, sondern in Tausenden von Fragementen, die zu etwa 850 Schriftrollen aus dem antiken Judentum gehören. Darunter sind auch die ältesten bekannten Handschriften der Bibel.

Eine der Höhlen in Qumran am Toten Meer, in der die berühmten Schriftrollen gefunden wurden. (Bild: Johannes Becker/pixelio.de)

Die Bibel…

...ist das meistgedruckte und am weitesten verbreitete Buch der Welt. Jährlich werden ca. 500-700 Millionen Exemplare der Bibel produziert.

...wurde in 2454 Sprachen übersetzt, davon in 438 Sprachen als Vollübersetzung (Stand 31.12.2007). Schon zu Zeiten Luthers, der 1534 die Bibel ins Deutsche übertrug, gab es etwa 15 Übersetzungen.

...ist die Quelle vieler uns geläufigen Redewendungen und Sprichwörter: das berühmte Kamel, das durch ein Nadelöhr passen soll oder der Glaube, der Berge versetzt, sind nur zwei Beispiele. Aber auch wer seine Zunge im Zaum hält, eines andern Last trägt, nicht auf Sand baut und andere an ihren Taten erkennt, verhält sich sehr biblisch.

 

Wie bibelfest sind Sie?

Rezept für Bibelkuchen

Zutaten
Man nehme vier und eine halbe Tasse 1 König 5,2, anderthalb Tassen Psalm 55,22a, zwei Tassen Richter 14,14, zwei Tassen 1 Samuel 30,12, zwei Tassen Nahum 3,12 und eine Tasse Numeri 17,23. Dazu eine halbe Tasse 1 Korinther 3,2, sechs Stück Hiob 39,14, eine Prise Markus 9,58 und eine Zutat, die sich nicht in der Bibel findet: 3 Teelöffel Backpulver.

Zubereitung
Man behandle den Röm 11,16 so, wie König Salomo in Sprüche 23,13 rät. Die 1 Samuel 30,12 sollten kernlos sein, die Nahum 3,12 klein geschnitten, die Numeri 17,23 geschält und gerieben. Dies alles wird gut mit 1 Könige 5,2 bestäubt. Man schiebe den Römer 11,16 in einen Hosea 7,4 und lasse ihn über die Zeit von Matthäus 20,12 bei 200 Grad darinnen.

 

 

 

 

 

Zur Person

Dr. Ralf Huning SVD, geb. 1967, Steyler Missionar, studierte Katholische Theologie in Sankt Augustin und Paderborn, danach folgte mehrjährige bibelpastorale Arbeit in Nicaragua und Deutschland. 2004 Promotion mit einer Studie über das Verhältnis von wissenschaftlichem und „einfachem“ (popularen) Bibellesen. Mehrere Jahre Vortrags- und Vorlesungstätigkeit in verschiedenen Ländern auf vier Kontinenten; zahlreiche Veröffentlichungen zu Grundfragen biblischer Hermeneutik. Seit 2008 ist er Pfarrer in einer Gemeinde am Stadtrand von Hamburg und koordiniert die bibelpastorale Arbeit seiner Ordensgemeinschaft in Deutschland.

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