Am 12. Dezember wäre Tschingis Aitmatow, einer der bekanntesten Schriftsteller der früheren Sowjetunion, achtzig Jahre alt geworden. Doch den runden Geburtstag durfte er nicht mehr erleben, er starb am 10. Juni 2008 an den Folgen einer Lungenentzündung. Aitmatow stammte aus Kirgisien in Zentralasien, wo auch seine Bücher spielen. Er wurde zunächst Tiermediziner und arbeitete als Viehzuchtexperte in einer Kolchose, bevor er am Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau studierte. Mit seiner Abschlussarbeit "Dshamilja" (1958) erlangte er Weltruhm. Der französische Dichter Louis Aragon (1897-1982) bezeichnete die Novelle als "die schönste Liebesgeschichte der Welt".
Doch Aitmatow war nicht nur Literat, sondern auch Politiker. Er beriet Gorbatschow, wurde Ende der achtziger Jahre Volksdeputierter, 1990 sowjetischer Botschafter in Luxemburg und von 1995 an Botschafter der Republik Kirgisistan in Brüssel.
Sein letzter Roman "Der Schneeleopard" erschien 2006 auf Deutsch. Darin verband er noch einmal drei seiner großen Lebensthemen: Die kirgisischen Erzählungen und Legenden, die Ökologie und die Politik.