12.11.2010

Gruppen kompetent leiten. Training für Referent/innen und Teambegleiter/innen

Ziel dieser Fortbildung ist die Entwicklung und Festigung eines ebenso persönlichen wie authentischen Stils für Referententätigkeiten und Teambegleitung. Neben der Schulung des persönlichen Auftretens werden Kenntnisse im Bereich von Gruppendynamik und Gruppenprozessen sowie Methodeneinsatz und Didaktik vermittelt. [mehr]

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Augustin Feinlein, hoch geachteter Chef eines Landeskrankenhauses, kurz vor dem altersbedingten (Ab-) Gang in das Leben nach der Erwerbsarbeit, hält nicht nur die Erinnerungen an seinen Vorfahren, Abt eines bedeutenden Klosters, sondern gerade auch an Augustinus hoch: „Es ist das Gegenteil von Hilfe, wenn selbst mein heilig gesprochener Namenspatron in seinen Bekenntnissen gesteht: weiter

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Höchstmaß an mediterraner Unorganisiertheit

Italienische Wahlverwandtschaften: "Maria, ihm schmeckt's nicht" im Kino

Alle Wege führen nach Campobello: Diese leidvolle Erfahrung macht Jan, als er aus jener (fiktiven) apulischen Kleinstadt zu fliehen versucht. Für die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens hat Regisseurin Neele Leana Vollmar ein schönes Bild gefunden: Jan im Pyjama und im weißen Cabrio ratlos vor Straßenschildern, die zwar in alle Himmelsrichtungen, aber dennoch ausschließlich nach Campobello verweisen. Jan ist natürlich Jan Weiler, Autor des gleichnamigen Romans „Maria, ihm schmeckt's nicht!": Darin hielt der einstige Werbetexter mehr oder weniger authentische, aber sehr vergnügliche Anekdoten über die italienische Verwandtschaft seiner Frau fest. Und traf damit den Nerv der italophilen Deutschen: 1,7 Millionen Mal verkaufte sich der Bestseller, dem längst weitere Geschichten über Weilers süditalienische Sippe folgten. Weilers Bücher leben von einer Mischung aus Klischee und präziser Beobachtung, notiert in einen warmherzig-ironischen Duktus. Auch wenn die Lakonie der Vorlage in der Adaption ein Stück weit verloren geht und auf der Leinwand manches deutlich „dicker" daherkommt als im Buch, nähert sich der Film Weilers Tonfall doch erstaunlich gut an.


Die Komödie erzählt von dem Deutschen Jan, der seine halbitalienische Freundin Sara heiraten will. Und sich deshalb kurze Zeit später auf dem Weg nach Apulien wieder findet, da sein künftiger Schwiegervater Antonio darauf besteht, das Großereignis in der Heimat zu feiern. Antonio ist wie im Buch die eigentliche Hauptfigur: Parallel zu Jans Begegnungen mit Italien und den Eigenheiten seiner neuen Verwandtschaft, chaotischen Hochzeitsvorbereitungen und manchem Kulturschock diesseits wie jenseits der Nationalitätengrenze wird in Rückblenden Antonios Geschichte aufgeblättert. Das beginnt in den 1960er-Jahren, als er aus Campobello nach Deutschland reiste, als Gastarbeiter Rassismus und Herablassung ausgesetzt war, aber in der Deutschen Ursula seine große Liebe und zudem einen Weg fand, sich mental von den Zumutungen seiner Umwelt abzugrenzen.


Diese optisch weich gezeichneten, allzu bieder inszenierten Rückblenden stellen den schwächeren Part des Films dar, der insgesamt einen amüsanten und recht klugen Blick auf den „Culture Clash" zwischen Deutschen und Italienern wirft. Natürlich funktionieren Buch wie Film nicht zuletzt nach dem Konzept, die liebsten Italien-Stereotypen der Deutschen zu bestätigen und mit Hilfe bekannter Versatzstücke wie der stetig plappernden Großfamilie, einem Höchstmaß an mediterraner Unorganisiertheit und der völligen Abwesenheit von Privatsphäre in Kombination mit lieblichen Landschaften und engen Altstadtgässchen auf den Wiedererkennungseffekt zu setzen. Doch der Film geht darüber hinaus, indem er derlei Klischees nicht den Lachsalven überlässt, sondern auch nachdenkliche, mitunter sogar philosophische Töne anschlägt und Widerhaken, Ecken und Kanten in die lieb gewonnenen Klischees sät. So darf eine großartige Maren Kroymann als Ursula Jans Frage, ob sie die Heirat in eine italienische Sippschaft je bereut habe, mit „Manchmal" beantworten, ohne dass dem ein abschwächendes Moment folgen würde. Und die nicht minder großartige Gundi Ellert als Jans akademisch gebildete Mutter präsentiert sich mit einer flammenden Laudatio auf das „Dolce far niente" als typische Angehörige der Toskana-Fraktion - um bald darauf zu erleben, dass es nicht immer nur lustig zugeht, wenn Italiener laut werden. Freilich bleibt der Film auch mit seinen ernsten Klängen stets im Rahmen der Genre-Konventionen.


Dass er diesen Tönen überhaupt ihren Platz gewährt, unterscheidet „Maria, ihm schmeckt's nicht!" von einem reinen Feel-Good-Movie. Trotzdem oder gerade deshalb ging es bei den Dreharbeiten offensichtlich gut gelaunt zu, wovon das Spiel der durchweg passend besetzten Protagonisten zeugt, allen voran der italienische Volksschauspieler Lino Banfi in der Rolle des redseligen Antonio und Christian Ulmen als käsiges Weichei Jan. Neben all diesen stark gezeichneten und gespielten Haupt- und Nebenfiguren fällt es ausgerechnet der von Mina Tander dargestellten Figur der Sara schwer, Profil zu entwickeln. Was jedoch ebenso wenig wie der Score, der vor allem mit Mandolinenklängen quält, das Vergnügen an dieser albern-schönen Sommerkomödie schmälert. Katharina Zeckau/Film-dienst

Quelle: Filmdienst

Sara (Mina Tander) telefoniert mit ihrem zukünftigen Ehemann. © 2009 Constantin Film Verleih GmbH
Jans Flucht nach Deutschland endet in einer Schafherde. © 2009 Constantin Film Verleih GmbH
Antonio (Lino Banfi) versucht seinen zukünftigen Schwiegersohn Jan (Christian Ulmen) zu überreden, in Italien zu heiraten. © 2009 Constantin Film Verleih GmbH

Maria, ihm schmeckt’s nicht!

von Jan Weiler
ULLSTEIN TB(2006)
Taschenbuch
Geschichten von meiner italienischen Sippe. Mit einer neuen Geschichte! ISBN-10: 3548264263 ISBN-13: 9783548264264 MedienNr.: 263010 10.00 €
Borro-Rezension

Origineller Beitrag zur deutsch-italienischen Freundschaft.

Jan Weiler, Chefredakteur des SZ-Magazins, hat mit seiner Frau Sara auch deren gesammelte süditalienische Verwandtschaft mitgeheiratet. Das Buch über seine Erlebnisse und Erfahrungen mit der Sippe der Marcipane aus dem gottverlassenen Campobasso in d [mehr]

Marion Sedelmayer

Maria, ihm schmeckt’s nicht!, 4 Audio-CDs

von Jan Weiler
RANDOM HOUSE AUDIO(2004)
Audio-CD / Cassette
Geschichten von meiner italienischen Sippe. Gelesen vom Autor. 256 Min. ISBN-10: 3898307522 ISBN-13: 9783898307529 MedienNr.: 230961
Vergriffen, keine Neuauflage 24.95 €
Borro-Rezension

Ein humorvoller Wegweiser zur deutsch-italienischen Verständigung.

Jan Weiler erzählt in einer amüsanten Autorenlesung die Geschichte einer deutsch-italienischen Ehe. Sein Schwiegervater lebt als Gastarbeiter seit vielen Jahren in Deutschland und bleibt doch für seine Umgebung der Italiener, wie er in seiner südital [mehr]

Joachim Konrad Schmidt

Maria, ihm schmeckt’s nicht, 2 Audio-CDs

von Jan Weiler
DHV DER HÖRVERLAG(2008)
Audio-CD / Cassette
159 Min. ISBN-10: 3867171904 ISBN-13: 9783867171908 MedienNr.: 558196 19.95 €
Borro-Rezension

Heitere, warmherzige Geschichte eines Mannes, der nicht nur die Frau heiratet, die er liebt, sondern als “Gratisbeigabe” den Schwiegervater und dessen italienische Familie bekommt.

Ein junger Deutscher (der Erzähler) verliebt sich beim Bäcker in die schöne Halb-Italienerin Sara. Als er einige Zeit später mit ihr vor den Traualtar tritt, heiratet er nicht nur sie, sondern auch ihre italienische Familie aus Campobasso. Insbesonde [mehr]

Felix Stenert
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