Am 3. Februar 1809 kam Felix Mendelssohn, Enkel des berühmten Philosophen Moses Mendelssohns, in Hamburg zur Welt. Er wuchs christlich erzogen und später getauft in einer wohlhabenden, jüdischen Familie auf. In Berlin unterrichtete die Mutter Felix zusammen mit seiner älteren Schwester Fanny, deren Talent heute ebenfalls anerkannt ist, im Klavierspiel. Der äußerst begabte Junge lernte außerdem Violine und Komposition und wies schon sehr früh Werke von außergewöhnlicher Reife vor.
Mendelssohn galt als Wunderkind - sein Zeitgenosse Robert Schumann bezeichnete ihn gar als "Mozart des 19. Jahrhunderts". Mit 20 Jahren war der Pianist und Komponist in ganz Europa bekannt und angesehen. Er prägte den romantischen Klassizismus und nahm entscheidenden Einfluss auf das Musikleben seiner Zeit. Von Mendelssohns vielfältigem Gesamtwerk sind die geistlichen Kompositionen wie das Oratorium "Elias" heute fast in Vergessenheit geraten. Eher kennt man die "Lieder ohne Worte" oder den Hochzeitsmarsch aus "Ein Sommernachtstraum". Mendelssohn weckte zudem das Interesse an Johann Sebastian Bach wieder, dessen Musik damals als veraltet galt.
1835 kam Mendelssohn als Dirigent ins Leipziger Gewandhaus Orchester. Er lebte glücklich mit seiner Frau und fünf Kindern und gründete 1843 die erste Musikhochschule in Deutschland. Seine überschäumende Arbeitskraft zehrte jedoch an seiner Gesundheit. Als 1847 seine geliebte Schwester starb, verschlechterte sich sein Zustand rasch und er verstarb nach einem Schlaganfall am 4. November 1847 im Alter von 38 Jahren in Leipzig.
Zum 200. Geburtstag des Komponisten ist eine ausführliche Biographie von R. Larry Todd erschienen. Das umfangreiche Werk mit Illustrationen und Notenbeispielen beleuchtet das Leben und Schaffen von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie das intellektuelle Deutschland seiner Zeit.